Herzlichen Glückwunsch, Sie haben endlich ein passendes Au Pair/ eine passende Gastfamilie gefunden! Visum, Versicherung, Anreise- alles ist geregelt. Doch als das Au Pair endlich angekommen ist, stellen sowohl Au Pair als auch Gastfamilie fest, dass es zu Konflikten und Problemen kommt und der Alltag nicht so abläuft, wie erwartet.  Was kann man tun?

Probleme vorbeugen!

Es ist hilfreich, wenn Au Pair und Gastfamilie alle wichtigen Punkte schon vor Anreise des Au Pairs ausdiskutiert haben und sich einigen konnten.

Oft führen falsche Hoffnungen auf die Zeit im Ausland/ mit Au Pair zu Problem und Konflikten. Um dies zu vermeiden, müssen Sie sich schon vorher ein gutes Bild von der anderen Partei machen und sicher gehen, dass alle die gleichen Ziele und Vorstellungen verfolgen.

Ein Au Pair Vertrag wird Ihnen helfen alles zu regeln, also vergewissern Sie sich, dass alle Aspekte, die Ihnen wichtig sind, enthalten sind und beide Parteien den Vertrag unterschrieben haben. AuPair.com zeigt Ihnen, wie ein solcher Au Pair Vertrag aussieht und welche Punkte er abdecken sollte!

 

Die neue Situation, in der das Au Pair sich nun befindet, ist sehr ungewöhnlich und deshalb braucht es Zeit und Freiraum, um sich einzuleben. Ein neues Land, eine neue Kultur, neue Aufgaben und Pflichten, das ist viel zu verarbeiten und auch für die Gastfamilie sind das keine leichten Umstände.

Diese angespannte Situation führt schnell zu Uneinigkeiten und Irrtümern, und diese müssen geklärt werden. AuPair.net kann Ihnen Ratschläge geben, damit Sie einen erfolgreichen Au Pair Aufenthalt genießen können.

Welche Konflikte können auftauchen?

Es gibt viele Punkte, die Probleme hervorrufen können:

  • Sprachliche Schwierigkeiten: Die Fremdsprachenkenntnisse des Au Pairs sind nicht ausreichend, so dass die Kommunikation sehr schwer fällt und zu Missverständnissen führt.
  • Eingewöhnungsphase: Das Au Pair, aber auch die Gastfamilie, braucht Zeit, um sich in den neuen Zuständen zu Recht zu finden. Das Au Pair hat nicht viele Fragen und kennt sich noch nicht richtig mit den Abläufen aus.
  • kulturelle Umstellung: Man muss ich zunächst langsam an die neue Kultur, mit Regeln und Sitten, herantasten, um sie nachher teilweise übernehmen zu können.
  • Auseinandersetzungen und Irrtümer wegen Pflichten, Grundsätzen usw.: Das Au Pair geht den Aufgabenstellungen wegen mangelndem Wissen und Erfahrung nicht so nach, wie es die Familie erwartet.
  • Überbelastung: Das Au Pair kommt mit den Aufgaben und Pflichten im Haushalt und der Kinderbetreuung nicht zurecht und ist überfordert.
  • Ungewissheiten, weil Arbeitsstellungen nicht genau definiert sind oder der Ablauf nie erläutert wurde.
  • Misstrauen: Gastfamilie und Au Pair haben keine Vertrauensbasis, weil man nicht ehrlich ist oder Entscheidungen ohne Mitwissen gefällt werden.

 

Wie können diese Auseinandersetzungen vermieden werden?

Man kann Irrtümer dieser Art mit einfachen Mitteln verhindern, doch Au Pair und Gastfamilie müssen bereit sein dahingehend mitzuarbeiten.

Die Gastfamilie sollte:

  • mit den Kindern über die aufkommenden Umstellungen mit dem Au Pair reden
  • Verständnis gegenüber den sprachlichen Schwierigkeiten zeigen, darauf achten, sich langsam und deutlich auszudrücken.
  • die anfängliche  Eingewöhnungsphase erlauben und berücksichtigen
  • familiäre Regeln festsetzen, sodass man Richtlinien für den gemeinsamen Alltag hat
  • direkte und aufrichtige Unterhaltungen und Diskussionen anregen, nicht nur wenn Konflikte auftreten
  • dafür sorgen, dass die Familie wöchentlich zu Besprechungen zusammenkommt
  • das Verhalten und den Umgang gegenüber der Kinder demonstrieren und klar darstellen, welche Erziehungsmethoden angewandt werden und wie die Erziehung nach Vorgaben der Eltern auszusehen hat
  • dem Au Pair nicht zu viele Aufgaben im Haushalt auftragen
  • die Regelungen des Au Pair Programms, mit Blick auf Arbeits- und Freistunden, befolgen
  • einen genauen Plan für die Woche zusammenstellen, in dem alle Aufgaben genau beschrieben werden
  • interessiert und offen gegenüber der Kultur und den Gewohnheiten des Au Pairs sein
  • rücksichtsvoll und aufgeschlossen sein

Nicht vergessen:  Ein Au Pair ist kein erfahrenes Kindermädchen! Diese junge Person hat nie eine professionelle Ausbildung zur Kinderbetreuung absolviert. Es hat Interesse an Kindern und der fremden Kultur, ist aber evtl. das erste Mal allein im Ausland. Daran sollten Sie denken, bevor Sie sich auf die Suche nach einem Au Pair machen.

Das Au Pair sollte:

  • geduldig sein und sich selbst und der Gastfamilie Zeit geben
  • mit Rücksicht auf die Familie und deren Bedürfnisse handeln
  • seine Gepflogenheiten und Sitten zurückhalten und der neuen Kultur anpassen
  • bei Irrtümern und Ungewissheiten umgehend nachfragen
  • von den Gasteltern über die Erziehung der Kinder aufgeklärt werden und deren Anweisungen und Bestimmungen befolgen: Die eigenen Ansichten müssen ignoriert werden, wenn es zu unterschiedlichen Meinungen kommt
  • nach den Anforderungen und Ansprüchen der Familie arbeiten; Vorschläge zur Verbesserung sind natürlich auch gerne gesehen
  • sich mit Schwierigkeiten und Überlastungen an die Gastfamilie richten und auch über die Gefühlszustände offen reden: jede Kleinigkeit, die zu Unbehagen führt, sollte umgehend angesprochen werden
  • immer aufrichtig und offen sein, denn Ehrlichkeit führt zu Vertrauen
  • die Aufgaben nicht vernachlässigen
  • die Privatsphäre der Anderen achten: Trotzdem sollte man der Gastfamilie stets Auskunft darüber geben, wo man sich befindet und wie lange man unterwegs sein wird
  • Abmachungen und Entscheidungen stets mit der Gastfamilie treffen
  • die Treffen, die die Familie einmal die Woche abhalten sollte, ausnutzen um Lob und Kritik zu äußern

 

Nur wer EHRLICH und OFFEN ist kann Vertrauen erwarten!

Um jemandem Kritik auf die richtige Weise nahe zu bringen, sollten Sie die folgenden Tipps beachten:

  • Konkrete Formulierungen und Beispiele bzw. Bezug auf bestimmte Situationen helfen, die Kritik anschaulich zu machen
  • Die Kritik sollte in „Ich“- Botschaften verpackt werden
  • Die Eigenschaften, die zur Kritik führten, müssen beschrieben und sollten nicht verurteilt werden
  • Die Kritik richtet sich an die Handlungsweisen und nicht an eine Person selbst
  • Sachlichkeit und Positivität machen die Aussagen glaubwürdig, auch wenn Wünsche ausgesprochen werden sollen
  • Lob sollte nie zu kurz kommen

Außerdem ist auch der Umgang mit Kritik wichtig. Sie sollten Sachlichkeit und Aufmerksamkeit aufbringen, wenn sich jemand mit Kritik an sie richten, den Sie auch zu Wort kommen lassen müssen. Wenn Sie sich nicht in der Lage dazu sehen, ihr Verhalten zu verbessern, sollten Sie einen Kompromiss ausarbeiten. Zurückweisung von Kritik ist legitim, sollte jedoch mit Sachlichkeit und Begründungen dargelegt werden.  Und falls die Kritik zu Verbesserungen geholfen hat, kann man sich einmal dafür bedanken.

Um Gespräche effektiv führen zu können sollte man folgende Punkte beachten:

  • Aufmerksamkeit beim Zuhören
  • Auf lange Selbstgespräche verzichten
  • Gleiche Verteilung der Redeanteile
  • Gesprächspartner zu Wort kommen lassen
  • Nicht mit einer negativen Einstellung ins Gespräch gehen

Den Au Pair Aufenthalt abzubrechen und das Verhältnis aufzulösen sollte die allerletzte Maßnahme sein. In Gesprächen und Diskussion sollten Sie versuchen zu Kompromissen und Lösungen zu kommen. Sowohl Au Pair als auch Gastfamilie benötigen Zeit um sich einzugewöhnen.

Das Au Pair zu wechseln kann sehr aufwendig und stressig sein, außerdem können die Kinder dadurch stark belastet werden.

Falls Sie jedoch keine andere Möglichkeit außer einem Wechsel sehen, müssen Sie die Kündigungsfrist berücksichtigen, die Sie mit ihrem Au Pair in dem Vertrag abgemacht haben sollten.

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