Au Pairs reisen mit kleinem Budget. Immer. Natürlich erhalten sie ein Taschengeld und können einen Teil davon sparen, um in eine andere Stadt zu reisen. Doch da es auch viele andere Möglichkeiten gibt, das Geld auszugeben, ist es nicht möglich einen Wochenendtrip zu machen, ohne auch an das Portemonnaie zu denken.

London ist eine der teuersten Städte Europas. Ausgehen kostet Geld, Hotels kosten noch mehr Geld und Touristenattraktionen kosten sowieso.
Aber ist es wirklich nötig, die Orte zu besuchen, an denen ohnehin schon jeder gewesen ist? Wäre es nicht großartig, Plätze zu sehen und anderen davon zu erzählen, die noch nicht viele kennen, die hip für Londoner und junge Besucher sind?
Das wär’s! Deshalb stellen wir dir heute Teile Londons vor, die kreativ und vollgepackt mit Kunst und die nicht zu überfüllt und aufregend sind.

Nach London kommen

Zuerst musst du natürlich darüber nachdenken, wie du nach London kommst. Wenn du ein Au Pair in Europa bist (und das wird wahrscheinlich der Fall sein, wenn du einen Kurztrip nach London planst), gibt es verschiedene günstige Transportmöglichkeiten.

Flüge

Es gibt viele Airlines, die günstige Flüge von großen und kleinen Städten Europas anbieten. Wenn du den Flug rechtzeitig buchst und nicht gerade zu den Feiertagen verreisen möchtest, kannst du schon Flüge für 10 oder 20 Euro ergattern. Um alle möglichen Flüge zu sehen, kannst du Websites wie Skyscanner oder Swoodoo benutzen. Hier werden alle Flüge von deinem Abflugort angezeigt und du kannst auswählen, welcher Flug dir am besten passt.

Busse

Eine andere und günstigere Möglichkeit nach London zu kommen, sind Fernbusse. Anbieter wie Eurolines sind sehr teuer, wenn man die Preise mit Firmen wie Flixbus und Megabus vergleicht. Besonders Megabus bietet innerhalb der UK viele verschiedene Routen zu extrem günstigen Preisen an. Du kannst einen Bus über Nacht nehmen, nachdem du deine Schicht beendet hast und kommst am nächsten Morgen in London an. Du wirst keine Zeit damit vergeuden, auf dein Gepäck zu warten und bist direkt im Zentrum Londons, da die Busse alle an der Victoria Station in Westminster ankommen. Da kann dein Abenteuer gleich losgehen!

Wo schlafen?

Eine bezahlbare Unterkunft in London zu finden kann schwierig sein. Neben Hotels und Hostels könntest du aber auch Couchsurfing in Erwägung ziehen. Couchsurfing ist eine großartige Möglichkeit neue Leute zu treffen, die die Stadt kennen und du hast zusätzlich einen Platz zum schlafen, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen. Natürlich bedankst du dich auch bei deinen Gastgebern für die Unterkunft und kannst sie zu einem oder auch zwei Bier einladen. Du kannst ein Souvenir aus deinem Gastland oder deiner Gaststadt mitbringen oder etwas für deine Hosts kochen. Manchmal werden Hosts sogar zu Freunden und sie können dich eines Tages besuchen kommen.
Hotels sind die teuerste Option, obwohl es auch hier recht gute Deals auf Seiten wie booking.com or Trivago gibt. Wenn du mit Freunden reist und ihr zu zweit oder zu dritt in einem Zimmer schlaft, könnt ihr auch so Geld sparen.

Wenn es dir egal ist, mit anderen in einem Zimmer zu schlafen, kannst du auch mal die Hostelpreise checken. Viele Hostels haben eine Bar oder ein Bistro, die einen Treffpunkt für die Gäste bieten.

Londons versteckte Ecken

London ist so viel mehr als der Buckingham Palace und der Piccadilly Circus. Lass uns den Trip also in Shoreditch beginnen. Manche nennen den östlichen Londoner Stadtteil das Hipster Paradies, sehen aber nicht all die unterschiedlichen Menschen, die hier abhängen. Vom Finanzdistrikt Londons aus kommend vermutet man die kleinen Straßen und Streetart-Werke überhaupt nicht.
Doch gerade wenn du von hier aus startest, siehst du, wie sich die Gebäude verändern und du entdeckst kleine Märkte, die sich zwischen pittoresken Häusern befinden. Du triffst auf Fashion Victims, Omas junge Menschen und insbesondere Menschen aus anderen Kulturen.

Shoreditch ist der Inbegriff von Multikulti. Du findest indische, arabische, afrikanische und chinesische Shops gleich neben osteuropäischen, persischen und koreanischen Läden. Du wirst farbenprächtige Klamotten, Hijabs, verrückte Klamottenkombis und Frisuren sehen.

Jeden Sonntag wird die Brick Lane zu einem strahlenden Markt und einer Outdoor-Küche. Es gibt äthiopisches Essen, neben libanesischen Falafel und spanischer Paella. Du hörst Reggae in der einen Ecke und Rock oder Punk in einer anderen und kannst durch Klamotten, LPs, Bücher, Accessoires und Antiquitäten stöbern. Und die ganze Zeit bist du von Streetart umgeben. Du siehst Graffitis und Sticker an Wänden, Werke mit ernsten Bedeutungen und lustigen Sprüchen, Stücke von komisch bis wunderschön. Egal wohin du siehst, du entdeckst immer etwas Neues. Manchmal schaust du auf den Boden und wirst sogar dann überrascht.

Die Streetart in Shoreditch sorgt für eine unglaubliche Entwicklung des Stadtteils und macht jeden Besuch wirklich besonders. Du triffst Menschen, die einfach so unfassbar nett sind, dass du den Rest des Tages mit ihnen verbringen möchtest. Fremde werden dich ohne Scheu anquatschen. Lass dich nicht von der Offenheit der Menschen aus dem Osten Londons abschrecken.

Du kannst definitiv einen ganzen Tag in Shoreditch damit verbringen, spazieren zu gehen, gutes Essen zu kaufen und zu shoppen. Wenn du den Rest des Tages an der Themse sitzen möchtest, ist es nur ein 20-minütiger Spaziergang vorbei an einem verlassenen Krankenhaus und vielen kleinen Geschäften, bis du schließlich am Tower of London ankommst. Und wenn du hier wieder Hunger hast, kannst du das traditionelle Fish&Chips für nur 6 Pfund bekommen.

Ich habe ein ganzes Wochenende – was ist mit Tag 2?

Du hattest vermutlich einen beeindruckenden Tag in Shoreditch und bist schnell eingeschlafen, müde von all den Eindrücken, die du am ersten Tag gesammelt hast. Also raus aus den Federn! Jetzt genießt du erstmal ein leckeres English Breakfast.
Das kannst du eigentlich überall in London bekommen. Die Preise unterscheiden sich dabei extrem, obwohl man eigentlich überall das Gleiche bekommt. Wenn du ein Lokal findest, wo das Frühstück 15 Pfund kostet, geh‘ lieber weiter. Du wirst kurz darauf sicher eins finden, wo es nur um die 7 Pfund kostet. In der Nähe von King’s Cross gibt es ein paar Pubs, die auch gutes Frühstück anbieten – den O’Neill’s Pub zum Beispiel.
Ein anderer wirklich netter Pub ist The Albert in Westminster. Obwohl er sehr bekannt ist, wirst du hier morgens um 9 Uhr definitiv einen Tisch ergattern und günstige Eier, Würstchen und Baked Beans verspeisen können.
Nach der morgendlichen Stärkung kannst du durch die Parks Londons spazieren und die Künstler verschiedenster Art anschauen. Sie malen, singen oder halten Reden. Später am Tag, oder auch früher kannst du dich auf den Weg nach Camden machen.

Hey, Amy!

Camden ist ein Labyrinth von Märkten, kleinen Läden und Bars. Manchmal hört man, dass Camden nicht mehr hip ist. Das ist aber nicht der Fall. Camden stirbt niemals! Egal welchen Kleidungsstil du trägst, hier findest du auf jeden Fall etwas. Manche Stände bieten die gleichen Shirts, Sweater und Hüte an und du kannst den Verkäufer ruhig wissen lassen, dass die gleichen Sachen gegenüber günstiger verkauft werden, damit er mit dem Preis runtergeht.
Wenn du hungrig bist, gibt es günstiges aber sehr gutes Essen an Streetfood Ständen. Wie in Shoreditch kann man hier zwischen verschiedenen traditionellen Gerichten wählen. Manchmal lassen die Verkäufer die Kunden sogar probieren, damit du auch das Gericht bekommst, was dir am besten schmeckt. Es ist wirklich lustig zu sehen, wie dir kleine Holzgabeln entgegen gestreckt werden. Hier kämpfen die Verkäufer wirklich um ihr Geld.

Camden ist auch ein Zentrum für Londons Live Musik. Viele Bars haben hier schon bekannte Bands und Solokünstler präsentiert. Es ist also möglich, dass der Musiker, den du heute hier siehst, in ein paar Monaten bei MTV zu sehen ist.

Magst du Theater oder Comedy Shows mehr, kommst du auch hier auf deine Kosten.
Am besten ist es einfach durch Camden zu laufen und zu schauen, welche Plakate in den Fenstern der Bars hängen. Manche weisen auch auf Tafeln vor der Tür darauf hin, was es am Abend zu sehen gibt.

Nachts wird Camden zu einem noch großartigeren Ort. Sommernächte am Kanal mit einem leckeren Cider sind eine Option sich auf den Abend einzustimmen.
Du kannst auch ins Hawley Arms gehen, Amy Winehouses Stammkneipe. So komisch es auch klingt, solltest du hier unbedingt einmal auf die Toilette gehen und dir die Wände anschauen.
Egal wohin es dich treibt, du wirst eine tolle Zeit erleben, egal ob du früh zurück zur Unterkunft gehst oder die ganze Nacht bleibst.

Was auch immer du machst, wenn du dir diese spannenden Orte Londons ansiehst, wirst du die Stadt von einer ganz anderen Seite, weit entfernt von Touristen mit riesigen Kameras und Selfiesticks erleben.

 

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